Continental Cars, amerikanisches Automobillabel

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Das amerikanische Automobillabel Continental ist eigentlich keine eigenständige Marke, hat auch nichts mit dem gleichnamigen Reifenhersteller zu tun, sondern wurde von Marketingexperten der Ford Motor Company kurzzeitig als Nobeldivision des Mutterkonzerns positioniert.

Um es noch etwas komplizierter zu machen, fangen wir 1917 mit der Gründung der
Lincoln Motor Company durch Henry M. Leland an. Nach finanziellen Problemen durch die Ford Motor Company übernommen, bildete Lincoln den Vertreter der Luxusautomobile in der Hierarchie von Ford und sollte seinem härtesten Konkurrenten Cadillac des General Motors Konzern, Paroli bieten. Leider geschah dies in den Augen von Ford mit zu geringem Erfolg. Hier kommen dann die Marketingexperten zum Zuge, die prophezeiten, dass der Erfolg in dieser Klasse nur mit noch mehr Exklusivität und einem ausgezeichneten Image erreicht werden könnte.

Da Lincoln zwar am obersten Ende der Markenaufteilung von Ford stand, allerdings ein Handicap in Form seiner ehemaligen Produktpalette besaß, beschloss man, den zu dieser Zeit schon erfolgreichen Lincoln Continental, der von 1940 bis 1948 gebaut wurde als Imageträger und Kunstlabel zu verwenden.

Anfang der 50er Jahre kümmerte sich William Clay Ford höchstpersönlich um den Aufbau der Marke, die in Zukunft bei Ford noch über Lincoln stehen sollte und endlich Cadillac Paroli bieten würde. Das erste Modell, der Continental Mk II, war typisch amerikanisch ein Straßenkreuzer von einer stattlichen Länge von 5,55 m und einem Gewicht von über 2,2 Tonnen. Um den Continental in der Obersten Luxusklasse zu etablieren war nichts zu teuer und zu groß für diese Marke. Als Antrieb des viersitzigen Coupes kam eine V8 Maschine mit 285 PS zum Einsatz. Grundlegend wichtig war, mindestens ebenso viel Leistung wie Konkurrent Cadillac zu bieten. Nebensächlich war dabei, dass dieser Straßenkreuzer schon mal dreißig Liter Benzin pro 100 km bei normaler Fahrweise verbrannte.

Die Ausstattung des Continental Mk II ließ dabei natürlich keine Wünsche offen, serienmäßig Servolenkung und Automatikgetriebe, Verarbeitung auf allerhöchstem Niveau und ein Design, dass sich wohltuend vom verchromten Heckflossendesign dieser Zeit abhob. Alles in allem hätte dieses Gesamtpaket ausreichen können, den ewigen Konkurrenten Cadillac auszustechen, wenn nicht das Wörtchen hätte wäre. Als der Continental Mark II 1955 der Öffentlichkeit vorgestellt wurde, kostete ein vergleichbares Modell vom Mitbewerber Cadillac ca. 6.500,00$, Continental verlangte für einen Mk II knapp 10.000,00$.

Somit war von Anfang an der Werdegang von Continental klar. Zu wenige Amerikaner verdienten so viel Geld und noch weniger konnten mit der unbekannten Kunstmarke Continental etwas anfangen. Daher nützte es auf Dauer auch nichts, dass sich einige wenige Größen des Showbusiness, wie Frank Sinatra oder Elvis Presley, einen Mark II zulegten. Zugegeben waren ein Großteil der exorbitanten Kosten auf die Fertigung von Hand, die exquisiten Materialien und den professionellen unüblichen mehrschichtigen Lackaufbau zurückzuführen. Trotzdem hatten sich die Verantwortlichen bei Ford hier verspekuliert mit der Annahme, in dieser Preisregion eine bis dahin unbekannte Luxusmarke erfolgreich etablieren zu können.

Continental brachte, nachdem es sich zusehends abzeichnete, dass der Mark II mit dieser Preispolitik nicht gewinnbringend verkauft werden konnte, ein etwas billigeres abgemagerteres Modell auf den Markt. Als der Erfolg sich auch hier nicht einstellte, wurde 1959 das Kunstlabel Continental aufgegeben und das Modell wieder unter dem Namen von Lincoln bis zum Ende der 90er Jahre mit Erfolg durch angepasste Preispolitik verkauft.

Artikel vom 301007

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