Notlaufeigenschaften von Reifen

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Sie kennen die Dramatik, es ist kurz vor Mitternacht und das Auto ist vollbesetzt. Zu allem Überfluss regnet es in Strömen, während sie langsam eine unbekannte Strecke entlang fahren. Ein seltsames Geräusch, begleitet von einem ziehen am Lenkrad kündet eine Reifenpanne an. Diese Passage stammt nicht etwa aus einem Krimi von Hitchcock, sondern aus dem realen Leben, kein Verbrecher erwartet sie, wenn sie aussteigen, sondern das Vergnügen bei dem Wetter einen Reifen zu wechseln. Zum Glück ist der Wagen voll besetzt, so dass es ihnen wenigstens beim Wagenheber hochkurbeln schön warm wird!
Für sie ein Dejavue- Erlebnis, dann freut es sie sicherlich, das die Reifenindustrie schon lange an der Verbesserung der Notlaufeigenschaften von Reifen forscht, vorbei sollen diese Zeiten sein, wo man den voll beladenen Kofferraum leeren musste, um an das Ersatzrad zu kommen.
Die Autoindustrie fördert dieses Projekt, die Einsparung des Ersatzrades zugunsten eines Pannensprays hat für beide Seiten ihre Vorteile.
Normale Bereifung verkraftet einen Druckverlust nicht, ist es doch der Innendruck, der die Reifen auf den Felgen hält. Wie kann man dem entgegenwirken, wie schafft man im Fall einer Panne die so genannten Notlaufeigenschaften.
Zum Einsatz kommen verschiedenen Systeme, benannt als EMT von Goodyear, oder DSST von Dunlop, gemeinsam haben diese, das die Notlaufeigenschaften über eine verstärkte Karkasse des Reifens erreicht wird. Bei Druckverlust kann so, im Gegensatz zu herkömmlichen Reifen, noch langsam bis an die nächste Tankstelle oder Werkstatt gefahren werden, ohne dass der Reifen von der Felge abrutscht.
Ein weiteres System, entwickelt von Michelin, den Pionieren der Reifenentwicklung, kommt allerdings nicht ohne der Verwendung von speziellen Felgen und speziellen Reifen aus. Das so genannte PAX System ist damit wesentlich kostenintensiver als die herkömmliche Methode, die Karkasse zu verstärken. Der Vorteil ist allerdings, damit die Reichweite bei Reifenpanne, auch bei völligem Druckverlust, immer noch auf 200 km halten zu können.
Die Maßgabe, in diesem Fall nicht schneller als 80 km/h zu fahren ist sicherlich verschmerzbar. Leider ist dieses System der Sicherheit noch nicht für alle Größen lieferbar und wird auch nicht jeden Geldbeutel ansprechen.
So bleibt nur, auf etwas Glück zu hoffen und nach Möglichkeit ein Reifenpannenspray mitzuführen. Einsetzbar bei kleineren Beschädigungen des Reifens am Auto.
Artikel vom 111107
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