Rosengart Automobiles, französische Automobilmarke

Lizenzgleich Rosengart LR2


Danke an Udo, Bilder Rosengart
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Der französische Unternehmer Lucien Rosengart erkannte die Chancen der aufstrebenden Automobilindustrie, die sich im Europa der frühen zwanziger Jahre bot. Nachdem er schon mit seiner Manufaktur zur Herstellung von Eisenwaren, Kleinteilen und Motoren zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts erfolgreich war, reifte der Entschluss die Produktionspalette zu erweitern.
Vorerst wurde dies erreicht durch die Herstellung von motorisierten Zweirädern, Fahrrädern mit Hilfsmotor sowie Mofas. Diese zeichneten sich durch eine bemerkenswerte Qualität und Robustheit aus. Schon dadurch wurde der Name Rosengart in Frankreich bekannt.
Als sich für den Unternehmer Rosengart die Möglichkeit bot, in die Automobilindustrie einzusteigen ergriff er sie. Die Firma Bellanger Freres, ebenfalls in Neuilly bei Paris ansässig verkaufte 1927 an Peugeot, die Fabrik in Neuilly erstand Rosengart.
Dadurch konnte Rosengart schon auf eine Fertigungsstätte zurückgreifen, die für die sprichwörtliche Qualität der Bellanger Taxis verantwortlich zeichnete. Rosengart schwebte auf lange Sicht vor, ein Automobil zu entwickeln, welches für die breite Masse bezahlbar war und größtenteils mit einigen handwerklichen Geschick auch noch selbst zu reparieren gewesen wäre.
Vorerst begann die Produktion mit Lizenzfahrzeugen der britischen Firma Austin Motor Company, dem Austin 7. Dieser erfolgreiche Kleinwagen wurde auch von dem deutschen Fahrzeugfabrik Eisenach zur gleichen Zeit, 1927, in Lizenz unter dem Automobillabel Dixi und ziemlich baugleich mit dem Rosengart hergestellt. (BILD 1 Dixi 3/15 DA)
Der Rosengart LR 2 wurde jedoch im Gegensatz zum Modell Dixi und dem Austin 7 in unzähligen Varianten und Modifikationen viel längere Zeit gebaut. Er war für lange Zeit das Erfolgsmodell, welches Rosengart zu einer bekannten Marke in Frankreich machte. Die Kleinwagen konnten zu dieser Zeit den großen Serienherstellern noch gut Paroli bieten, waren beliebter als Peugeot oder Citroën.
Durch den Erfolg ermutigt wurden neue, teilweise größere Modelle entwickelt. Rosengart arbeitete ab 1930 auch mit den deutschen Adlerwerken zusammen und baute dessen frontgetriebenen Modelle, hauptsächlich den Trumpf in Lizenz.
Je schneller sich jedoch die Fließbandproduktion bei den großen Herstellern etablierte, desto schneller verging der Glanz von Rosengart, dessen Modelle immer noch größtenteils in Handarbeit gefertigt wurden. Nach den goldenen Jahren musste nun Rosengart mit finanziellen Problemen kämpfen. Erschwerend kamen die drohenden politischen Verhältnisse im Vorfeld des zweiten Weltkrieges hinzu.
Kurz vor dem Einmarsch der deutschen Truppen wurden Rosengart Automobiles in die staatliche Firma SIOP eingegliedert. Rosengart selbst emigrierte während der Zeit des zweiten Weltkrieges in die USA. Nach dem Krieg kehrte er nach Frankreich zurück und versuchte die Produktion von Kleinwagen durch Rosengart SIOP wieder aufzunehmen.
Doch die Produktionsstätten waren größtenteils zerstört und die Konkurrenz durch die erstarkten Großserienherstellern zu stark. Somit schloss die gleichnamige Automobilmarke von Lucien Rosengart 1954 endgültig die Tore.
Artikel vom 020409
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