Bristol Cars Ltd., Herstellung von BMW Modellen nach dem Krieg

Markenlogo Bristol Cars Ltd.

Das Logo von Bristol

Bild Automobil
Bristol 400 Blenheim, benannt
nach einem Schnellbomber.

Das Logo von Bristol

Bild Automobil Bristol Fighter.

Der Bristol Fighter von 2005
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Die Firma Bristol Cars Ltd. geht zurück auf die Bristol Aircraft Company, einem der bekanntesten und erfolgreichsten Flugzeughersteller. Bristol fertigte für die britische Luftwaffe hauptsächlich Bombermodelle, die im ersten und zweiten Weltkrieg zum Einsatz kamen. Eines der in großer Stückzahl produzierten Modelle war dabei der mittlere Schnellbomber Blenheim, der 1936 mit seiner Einführung in den Truppendienst schneller als alle Jäger seiner Zeit war und knapp 4500 mal hergestellt wurde.

Nach dem zweiten Weltkrieg brach die Nachfrage nach Flugzeugen für den militärischen Gebrauch abrupt ein, Bristol Aircraft musste einen Ausweg aus dieser Misere finden und entschloss sich, wie auch die Firma Saab, mit dem Automobilbau ein zweites Standbein zu erschließen. Dadurch, dass schon vor dem Krieg Kontakte zu BMW bestanden und die Nachkriegszeit der Siegermächte auch Konstruktionspläne als Reparationsleistungen vorsah, war der erste Bristol, das Modell 400, eigentlich ein Vorkriegs- BMW.

Das verwendete Chassis, das übrigens bis in die späten 80er Jahre unverändert blieb, war fast baugleich mit der Reihe 326 von BMW, während die Karosserie von einem 327 Coupe war und der Motor, mit geringen Veränderungen auch dem Fundus der Bayerischen Motorenwerke entsprungen war. Trotz oder gerade wegen dieser Kopien verkaufte sich schon das erste Modell recht gut. Anfang der 50er Jahre kam dann ein weitere Entwicklung von Bristol, das Modell 401, das wie übrigens auch alle weiteren Modell in Handarbeit und nur noch geringen Stückzahlen hergestellt wurde und dementsprechend auch relativ Kostenintensiv und somit einem begrenzten Publikum vorbehalten waren.

Die Karosserie wurde bei der Firma Touring in Mailand in Auftrag gegeben, die schon für Fiat und Alfa Romeo, sowie auch Aston Martin tätig war. Nachfolger waren der 402 als Cabrio, von dem allerdings nur 25 Stück gebaut wurden und der 403, der mit einer höheren Motorleistung bis 1955 gebaut wurde. Bristol versuchte auch einen Einstieg im Motorsport, belieferte Teams der Formel 2 mit Motoren und später auch die Sportwagen Szene. So wie Mercedes- Benz traf auch Bristol die Entscheidung nach dem schweren Unfall von 1955 sich zu dieser Zeit gänzlich aus dem Motorsport zurückzuziehen, obwohl Bristol einige Erfolge, wie z.B. beim Langstreckenrennen von Le Mans vorweisen konnte. Die Motoren von Bristol wurden dann noch eine Zeit lang von Lotus und Cooper verwendet.

Ein Jahr später wurde die Bristol Cars Ltd. als eigenständige Tochtergesellschaft ausgegliedert aus dem Mutterkonzern Bristol Air Company. 1957 übernahmen Sir George White und der Rennfahrer Anthony Crook das Ruder bei Bristol Cars und schufen eine neue Fabrik in der Ortschaft Filton, unweit von Bristol. Filton ist auch bekannt als die Heimat eines Rolls- Royce Werkes. Mit dem Modell 407 sollte auch ein aus eigener Entwicklung stammender Motor Premiere feiern. Dieser wurde jedoch kurzfristig durch einen Chrysler V8 Motor mit einem Hubraum von 5000 ccm ersetzt. Ab dem übernächsten Modell 409 wurden serienmäßig Scheibenbremsen der Marke Girling rundum verbaut.

1973 übernahm Anthony Crook die alleinige Leitung und ließ für das neue Modell 412 wie auch schon für den 406 GT die Karosserie von dem italienischen Designer Zagato entwerfen und fertigen. Ab 2003 trennte sich Bristol Cars Ltd. von der numerischen Bezeichnung seiner Modelle und benannte sie nach erfolgreichen Flugzeugen seines Mutterkonzerns. So wurde der Blenheim in mehreren Varianten gebaut.

2004 wurde mit dem Fighter eine komplette Neuentwicklung präsentiert. Das Sportcoupe ist eine optisch recht eigenwillige Erscheinung, die von der Aerodynamik her laut Bristol auf die Erfahrungen im Flugzeugbau zurückgeht. Verwendet wurde hier ein Triebwerk aus der Dodge Viper, dass mit seinen gut 500 PS für einen ausreichenden Vortrieb sorgt.

Bristol hat sich bis heute auf das Geschäft der Nischensportwagen konzentriert und hat mit seinem Firmensitz in London bis heute Menschen als Kunden, die eine Abwechslung zu bekannteren Marken suchen und dafür auch das nötige Kleingeld aufweisen können. Bristol verzichtet auf jegliches Händlernetz, somit muss jeder Interessent entweder direkt nach London fahren, oder über die Webseite des Unternehmens Informationen einholen.

Artikel vom 190807

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